Warum viele Mütter sich selbst verlieren – und wie du zurückfindest
- 20. Juli
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Juli
6:47 Uhr. Der Wecker klingelt noch nicht mal, du bist einfach wach. Im Kopf läuft schon die Liste: Znüni packen, Sportsachen für die Kleine, dran denken, dass der Grosse heute Turnen hat, Waschmaschine anwerfen, dieses eine Mail an die Kita noch schreiben.
Du stehst auf, bevor du überhaupt richtig angekommen bist im Tag und wenn du ehrlich bist: So richtig angekommen bist du bei dir selbst schon lange nicht mehr.
Kennst du das? Dann lies weiter. Denn genau darüber müssen wir reden.
Mütter verlieren sich selbst – mitten im eigenen Leben

Ich weiss, es hört sich nicht schön an, aber: Mütter verlieren sich selbst nicht, weil sie zu viel zu tun haben. Sie verlieren sich, weil sie über Jahre hinweg immer wieder Ja sagen, auch wenn sie spüren, eigentlich ist es zu viel.
Damit sagen sie aber auch Nein zu sich.
Egal ob du berufstätig bist oder nicht. Ob du alleinerziehend bist oder einen Partner an deiner Seite hast, der eigentlich mit anpackt. Ob du auf Ernährung achtest, dreimal die Woche joggen gehst und es von aussen wirkt, als hättest du alles im Griff. Das Muster ist erschreckend oft dasselbe:
Du funktionierst. Und zwar exzellent. Aber du lebst nicht mehr.
Denk an deinen letzten Alltag. Aufstehen, Kinder fertig machen, vielleicht noch arbeiten – im Büro oder von zu Hause, mit einem Ohr immer bei den Kids oder beim Handy. Mittagessen organisieren, Einkäufe, Hausaufgaben, Streit schlichten, kochen, aufräumen, ins Bett bringen, vielleicht noch der Haushalt, der nie fertig wird.
Und irgendwann, spätabends, sitzt du auf dem Sofa und merkst: Du hast heute wieder nichts gemacht, das nur dir gehört hat. Nichts, wofür du nicht zuerst überlegt hast, ob es mit den Kindern vereinbar ist, ob es reicht mit der Zeit, ob es überhaupt okay ist, das für dich zu wollen.
Das ist der Moment, in dem Mütter sich selbst verlieren, Tag für Tag, unauffällig, in tausend kleinen "Das mach ich später"-Momenten, die nie zu einem Später werden.
Der Alltag, der dich langsam auffrisst
Du liebst deine Kinder über alles und genau deswegen machst du ja das, was du machst.
Aber schau dir mal an, wo du eigentlich stehst:
Du triffst dich nicht mehr spontan mit einer Freundin, weil "wer soll denn dann die Kinder..."
Du gehst nicht mehr zum Sport, den du früher geliebt hast, weil er "gerade nicht ins Zeitfenster passt"
Du liest kein Buch mehr, das nichts mit Erziehung, Ernährung oder Organisation zu tun hat
Du hast vergessen, wie sich ein Wochenende anfühlt, das nicht komplett für alle durchgeplant ist, ausser für dich
Und wenn dich jemand fragt: "Was machst du eigentlich gerne, ganz für dich?" – kommt oft erstmal eine Pause. Weil du es nicht mehr genau weisst.
Ha, und da sind wir doch beim Kern des Problems angelangt. Du hast aufgehört, eine eigene Identität neben der Mutterrolle zu leben. Und das, obwohl du vielleicht sogar sportlich bist, dich gesund ernährst und ab und zu mal mit einer Freundin telefonierst. Aber halt eben immer nur so, dass es niemandem im Weg steht. Nie so, dass es für dich zuerst da ist.
Warum "Selbstfürsorge zwischendurch" nicht reicht
Hier kommt der Teil, der wehtun wird. Aber du brauchst ihn.
Ein Bad mit Kerzen oder eine Massage einmal im Monat ist keine Selbstfürsorge. Das ist ein Pflaster auf einer Wunde, die viel tiefer geht. Du kannst nicht deine Identität, deine Bedürfnisse, deine Träume in 20-Minuten-Häppchen abfertigen und dann erwarten, dass du dich wieder wie du selbst fühlst. Das funktioniert einfach nicht.
Das eigentliche Problem ist nicht dein Zeitmanagement. Das eigentliche Problem ist deine Reihenfolge.
Du hast dich selbst, ganz automatisch, auf den letzten Platz gesetzt. Punkt.
Nach den Kindern. Nach dem Partner, falls vorhanden. Nach dem Job. Nach dem Haushalt. Nach den Erwartungen von aussen, was eine "gute Mutter" halt eben zu tun hat.
Und genau diese Reihenfolge musst du kippen.
Die Lösung: Du zuerst
Jetzt kommt der Satz, bei dem viele erstmal schlucken:
Du musst dich selbst wieder an die erste Stelle setzen. Vor deine Kinder.
Fühl da mal rein.

Was kommt hoch?
Nein, das heisst natürlich nicht, dass du deine Kinder vernachlässigst. Das heisst nicht, dass ihre Bedürfnisse plötzlich egal sind. Das heisst auch nicht, dass du jetzt eine schlechte Mutter bist, wenn du das tust.
Es heisst: Du sorgst zuerst dafür, dass es dir gut geht, damit du aus einem vollen, echten, lebendigen Ich heraus für deine Kinder da sein kannst. Nicht aus einer leeren Hülle, die funktioniert, aber innerlich ihre Identität längst aufgegeben hat und langsam ausbrennt.
Kinder brauchen keine perfekte, aufopfernde Mutter, die sich selbst komplett aufgegeben hat. Kinder brauchen eine Mutter, die ihnen vorlebt, wie man ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben führt. Wie man Grenzen setzt. Wie man sich selbst wichtig nimmt. Genau das lernen sie von dir – oder eben nicht.
Wenn du dich immer hinten anstellst, lernt deine Tochter, dass Frauen sich hinten anstellen. Wenn du nie Zeit für dich beanspruchst, lernt dein Sohn, dass das normal ist. Ist es das, was du ihnen mitgeben willst?
Dich selbst an die erste Stelle zu setzen ist kein egoistischer Akt. Es ist die grösste Liebeserklärung, die du deiner Familie machen kannst. Weil am Ende alle bekommen, was sie brauchen. Deine Kinder eine Mutter, die präsent, lebendig und glücklich ist.
Und du bekommst dich selbst zurück.
Der erste Schritt zurück zu dir
Ich weiss, was jetzt in dir vorgeht. "Das klingt zwar schön, Laura, aber wie soll das gehen, bei meinem Alltag?"
Genau diese Frage höre ich ständig. Und die ehrliche Antwort ist: Es geht nicht von alleine.
Es geht nicht mit noch mehr Willenskraft, noch mehr Organisation, noch einer weiteren To-do-Liste.
Es geht nur, wenn du bereit bist, wirklich hinzuschauen, wo du dich verloren hast, warum du dich so klein gemacht hast, und wie du Schritt für Schritt wieder zu der Frau wirst, die du eigentlich bist.
Wenn du dabei Unterstützung möchtest, weil du dich in diesem Artikel wiedererkannt hast, dann schau doch mal bei The Shield rein.
Hand aufs Herz: Wie oft sagst du Ja, obwohl du Nein meinst? Wie oft schluckst du etwas herunter, nur um keinen Streit zu provozieren? Wie oft beschäftigt dich eine Aussage einer anderen Person tagelang, obwohl sie eigentlich nichts mit dir zu tun hat?
Das ist Abgrenzung... oder besser: das Fehlen davon.
Und genau das ist einer der Hauptgründe, warum sich Mütter selbst verlieren: Sie haben nie gelernt, wo sie aufhören und wo der andere anfängt. Sie machen die Gefühle, Meinungen und Reaktionen anderer Menschen ständig zu ihrem eigenen Problem – und verlieren dabei sich selbst aus den Augen.
Und weisst du, was das Fatale daran ist? Genau dieses Muster geben wir eins zu eins an unsere Kinder weiter. Wir leben es ihnen vor.
Eine Mama sagte mal im Coaching zu mir: "Ich will meinem Kind so vieles erleichtern, aber wie soll ich es ihm beibringen, wenn ich es selbst noch nicht kann."
Genau dieses Gefühl kenne ich aus erster Hand.
The Shield ist eine 90-minütige Masterclass für Mütter, die sich selbst und ihre Kinder stärken wollen – damit die Meinung anderer niemals über den eigenen Selbstwert oder den ihres Kindes bestimmt.
Wir schauen gemeinsam an, warum Abgrenzung so schwerfällt, welche Glaubenssätze dich davon abhalten, Grenzen zu setzen, und wie du aufhörst, ständig Dinge zu kontrollieren, die gar nicht in deinem Kontrollbereich liegen.
Und hier wird es für dich als Mutter besonders wichtig: Ein Kind, das gelernt hat, sich abzugrenzen, ist einem anderen Kind, das es nie gelernt hat, im Ernstfall meilenweit voraus. Kinder, die früh spüren, wo sie aufhören und wo der andere anfängt, lassen sich nicht so leicht klein machen. Sie merken schneller, wenn eine Grenze überschritten wird und holen sich Hilfe, statt zu schweigen und alles mit sich selbst auszumachen. Genau diese Fähigkeit ist einer der wirksamsten Schutzfaktoren gegen Mobbing.
Kinder ohne diese Fähigkeit hingegen suchen die Schuld oft bei sich selbst. Sie schlucken Kommentare runter, ziehen sich zurück, sagen niemandem etwas. Und genau das macht sie zu einem leichten Ziel.
Abgrenzung ist also eine der wichtigsten Fähigkeiten, die du deinem Kind für die Schule, die Pause, den Klassenchat und später für sein ganzes Leben mitgeben kannst.
Dein Kind braucht nämlich keine dickere Haut, um durchs Leben zu kommen. Es braucht ein stärkeres Schild. Und das beginnt bei dir – bei einer Mutter, die sich selbst wieder wichtig nimmt, statt sich ständig hinten anzustellen.
Du bekommst sofort einsetzbare Werkzeuge, ein Workbook für dich und Übungsmaterial für dein Kind, damit gesunde Grenzen für euch beide zur Normalität werden.




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