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Mein Kind nimmt keine Ratschläge an: Mama, ich bin nicht du! Warum dein Kind nicht immer deine Lösungen braucht

  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit
Selfie von Aaron und seiner Mama. Sie lächeln, Aaron trägt ein Cap rückwärts und zieht eine Grimasse.

„Mama, ich bin nicht du!“, schrie mein Sohn mich an, als ich ihm doch einfach nur helfen wollte.


Oder zumindest dachte ich, dass ich ihm helfe.


Er kam zu mir mit einem Problem.


Und ich machte das, was viele von uns Mütter machen.


Ich zog meinen imaginären Werkzeugkoffer hervor und begann, Lösungen zu verteilen wie Supermärkte nach Ostern ihre letzten Osterhasen verschleudern.


„Mach doch einfach …“

„Warum probierst du nicht …“

„Ich würde an deiner Stelle …“

„Du musst nur …“


Je mehr Lösungen ich hatte, desto genervter wurde er und ich verstand die Welt nicht mehr.


Hallo?!


Ich opfere hier gerade meine jahrzehntelang gesammelte Lebenserfahrung und du benimmst dich, als würde ich dir Brokkoli zum Geburtstag schenken.


Also fragte ich ihn:

„Warum wendest du nichts davon an?“


Seine Antwort traf mich mitten ins Herz.


„Mama, ich bin nicht du.“


Ich hielt inne. Und mir sofort klar, dass er damit absolut recht hatte.


Mein Sohn hat nicht meinen Rucksack.

Nicht meine Erfahrungen.

Nicht meine Ängste.

Nicht meine Erfolge.


Und somit auch nicht meine Sicht auf die Welt.



Warum wir Eltern so schnell Lösungen liefern wollen


Wenn unser Kind leidet, leiden wir als Eltern gleich mit.


Wir wollen diesen Schmerz möglichst schnell verschwinden lassen, aus lauter Liebe.


Wir möchten unser Kind beschützen.

Wir möchten verhindern, dass es dieselben Fehler macht wie wir.

Wir möchten ihm Umwege ersparen.


Das Problem ist nur:

Während wir bereits den Rettungsplan ausarbeiten, braucht unser Kind häufig etwas ganz anderes.


Und trotzdem versuchte ich, sein Problem mit meinen Lösungen zu lösen.


Natürlich wollte ich ihm helfen. Ich bin seine Mama.


Aber wenn wir ehrlich sind, hörte ich ihm gar nicht richtig zu.


Ich war schon drei Schritte weiter und plante die Rettungsaktion, während er noch versuchte zu verstehen, was überhaupt in ihm vorging und einfach nur jemanden brauchte, der zuhört.



Kinder brauchen nicht immer sofort Antworten


Seit diesem Tag mache ich etwas anders.


Wenn mein Sohn mit einer Herausforderung kommt, versuche ich nicht mehr sofort die Feuerwehr zu spielen und möglichst schnell den Brand zu löschen.


Ich stelle Fragen.


„Was genau beschäftigt dich daran?“

„Was macht dir Sorgen?“

„Was glaubst du, würde dir helfen?“

„Wie würdest du das gerne lösen?“

„Was brauchst du jetzt von mir?“


Und es ist immer wieder erstaunlich, was seitdem passiert.


Oft findet er Lösungen, auf die ich niemals gekommen wäre.


Ich mein, meine Lösungen sind genial. Für mich. Weil sie zu mir passen.


Aber eben nicht automatisch zu ihm.



Selbstständige Kinder entstehen nicht durch perfekte Eltern


Genau hier beginnt etwas, das viele Eltern unterschätzen.


Aaron mit runden Sonnenbrillen zeigt draussen am Holztisch Daumen hoch, Berg und Wolken im Hintergrund, lächelnd.

Selbstvertrauen entsteht nicht dadurch, dass Kinder ständig hören, was sie tun sollen. Es entsteht dann, wenn sie erleben:


Dass sie selber denken können, ihren eigenen Weg finden und Fehler machen dürfen. Dann aber auch wieder aufstehen können, ohne zu hören "Ich hab's dir ja gesagt".


Wenn wir jede Schwierigkeit sofort für sie lösen oder ihnen auch nur Vorschläge machen, nehmen wir unserem Kind oft genau diese Erfahrung.


Natürlich gibt es Situationen, in denen Kinder Schutz brauchen.



Wenn ein Kind gemobbt wird, Gewalt erlebt, sich selbst verletzt oder sich in einer ernsthaften Krise befindet, dürfen wir nicht einfach nur Fragen stellen und zuschauen.


Dann brauchen Kinder Erwachsene, die Verantwortung übernehmen, Grenzen setzen und handeln.


Aber im ganz normalen Familienalltag sind viele Herausforderungen keine Notfälle, sondern Trainingsfelder.


Und genau dort dürfen Kinder lernen, eigene Lösungen zu entwickeln.



Fragen fördern Selbstbewusstsein


Unsere Kinder brauchen gar nicht immer sofort Antworten und Lösungen.


Manchmal brauchen sie einfach einen Menschen, der neugierig genug ist, ihre Welt verstehen zu wollen.


Bevor du also das nächste Mal mit einer Lösung um die Ecke kommst, versuch es mit einer Frage.


Du wirst überrascht sein, wie oft Kinder ganz genau wissen, was sie jetzt brauchen, weil sie merken, dass ihnen jemand zutraut, selbst nachzudenken und für sich selbst zu entscheiden.


Und genau dieses Vertrauen ist oft viel wertvoller als der beste Ratschlag.



Mein Kind nimmt keine Ratschläge an und ich feiere es!


Richtig gelesen, ich feiere es heute sogar, dass sich mein Sohn auch gegen mich abgrenzen kann.


Natürlich macht dies das Leben nicht immer einfacher.


Kinder, die sich abgrenzen können, sind anstrengender.


Da kommt viel öfters ein "Nein". Und dann immer diese Diskussionen. Aber sie hinterfragen auch mehr.


Damit werden sie jedoch auch schwerer manipulierbar.


Und das ist etwas, das wir gerade in einer Welt voller Gruppendruck, sozialer Medien und Mobbing gar nicht hoch genug bewerten können.


Ein Kind, das Zuhause lernt, respektvoll Nein zu sagen, wird später auch eher Nein sagen zu Freunden sagen können, die es unter Druck setzen.


Oder zu einem Partner, der Grenzen überschreitet. Zu einem Vorgesetzten, der respektlos ist oder seine Mitarbeiter überfordert. Und allgemein zu Menschen, die ihm nicht guttun.



Ich möchte keine Kinder grossziehen, die einfach funktionieren


Ich möchte keine Kinder grossziehen, die alles schlucken, was ich sage.


Kinder, die Zuhause lernen dürfen, wie sie sich abgrenzen können, werden es später viel einfacher haben, sich gegen Freunde, Partner, Chefs oder andere Menschen abzugrenzen.


Und genau deshalb war dieser Satz meines Sohnes eines der grössten Geschenke, die ich als Mutter bekommen konnte.


Er hat mich daran erinnert, dass meine Aufgabe nicht darin besteht, meinem Kind mein Leben überzustülpen.


Meine Aufgabe ist es, ihm dabei zu helfen, sein eigenes zu leben.



Was hat das mit Mobbing zu tun?


Vielleicht fragst du dich jetzt, was das alles mit Mobbing zu tun hat. Mehr, als man auf den ersten Blick denkt.


Kinder, die gelernt haben, ihre eigenen Gedanken ernst zu nehmen, Grenzen zu setzen und ihrer inneren Stimme zu vertrauen, lassen sich oft weniger leicht manipulieren oder von einer Gruppe mitreissen.


Sie entwickeln Schritt für Schritt eine innere Stabilität.


Genau diese innere Stärke ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren in der Mobbingprävention.


Wenn du also manchmal das Gefühl hast, mein Kind nimmt keine Ratschläge an, muss das kein Zeichen von Sturheit sein. Vielleicht zeigt es dir gerade, dass es beginnt, selbst zu denken.



Vielleicht erkennst du dich gerade selbst wieder


Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass du deinem Kind gar nicht zu wenig vertraust – sondern einfach so sehr helfen möchtest, dass du manchmal unbewusst seine eigenen Erfahrungen übernimmst.


Genau dort setzt Uprising Moms an.


In diesem Programm geht es nicht darum, dein Kind zu verändern.


Es geht darum, dich als Mama zu stärken.


Du lernst, wie du deinem Kind Sicherheit gibst, ohne jede Herausforderung für es lösen zu müssen.


Denn Kinder brauchen Eltern, die ihnen zutrauen, ihren eigenen Weg zu finden.


Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, dir diese Begleitung einmal anzuschauen.


Werbebanner mit Frau in Sonnenbrille und rotem Schal; Text: Stärke, die dein Kind spürt – Uprsing Mom’s.


Vom Lesen ins Leben


Wenn du Thema nicht nur verstehen möchtest, sondern auch im Familienalltag aufgreifen.


Mit unserem Kartenspiel „Fakt oder Meinung“ lernen Kinder spielerisch, Aussagen zu hinterfragen, ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und selbstständig zu denken.


Genau diese Fähigkeit hilft ihnen später dabei, Grenzen zu setzen und sich weniger leicht von anderen beeinflussen zu lassen.


Es ist eine einfache Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen – ganz ohne erhobenen Zeigefinger und oft mit überraschenden Erkenntnissen für die ganze Familie.


 

Buntes Poster mit Sprechblasen: Fakt oder Meinung? Hinweis: Lerne den Unterschied zwischen Fakt und Meinung.

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