Selbstwert und Selbstbewusstsein bei Kindern: Warum Mobbing genau dort angreift
- vor 2 Tagen
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Bei Erstgesprächen mit Eltern kommt häufig das Selbstbewusstsein ihres Kindes zur Sprache.
Nachdem sie uns erzählt haben, was ihr Kind in der Schule oder auf dem Schulweg erlebt, fällt oft derselbe Satz:
„Ich wünschte, mein Kind wäre selbstbewusster.“

Wir verstehen diesen Wunsch sehr gut.
Denn wenn das eigene Kind leidet, wünscht man sich nichts sehnlicher, als dass es stärker durchs Leben geht. Dass es sich wehrt. Sich nicht alles zu Herzen nimmt. Und dass verletzende Worte an ihm abprallen.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs fragen wir deshalb oft auch nach dem Selbstwert.
Dabei stellen wir immer wieder fest, dass viele Menschen Selbstbewusstsein und Selbstwert als Synonyme verwenden.
Dabei beschreiben sie zwei unterschiedliche Fähigkeiten.
Und genau dieser Unterschied entscheidet oft darüber, wie gut ein Kind mit Kritik, Ablehnung oder Mobbing umgehen kann.
Deshalb möchten wir heute etwas auflösen, das wir in unseren Erstgesprächen und Coachings fast täglich erleben.
Denn Selbstwert und Selbstbewusstsein gehören zwar eng zusammen.
Sie sind aber längst nicht dasselbe.
Warum wir so oft über Selbstbewusstsein sprechen, obwohl wir eigentlich den Selbstwert meinen
Über Selbstbewusstsein wird ständig gesprochen. Nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen.
Es ist wichtig, dass wir selbstbewusst werden.
Selbstbewusst auftreten.
Selbstbewusst unsere Meinung sagen.
Selbstbewusst durchs Leben gehen.
Kaum jemand spricht jedoch über den Selbstwert.
Dabei ist genau er das Fundament, auf dem alles andere aufbaut.
Vielleicht kennst du das sogar von dir selbst.
Wenn wir im Coaching genauer nachfragen, wird schnell klar, was Eltern eigentlich meinen.
Sie wünschen sich ein Kind, das sich selbst mag.
Das an sich glaubt.
Das sich nicht ständig mit anderen vergleicht.
Das nicht glaubt, weniger wert zu sein, nur weil jemand gemein zu ihm ist.
Das nach einem Fehler nicht denkt, mit ihm stimme etwas nicht.
Und genau das ist nicht in erster Linie Selbstbewusstsein.
Das ist Selbstwert.
Das Bild vom Baum zur Versinnbildlichung von Selbstwert und Selbstbewusstsein bei Kindern
Um den Unterschied zu erklären, kann man das Bild eines Baumes verwenden. Denn kaum etwas macht ihn so verständlich.
Das Erste, was wir sehen, ist die Krone.
Die Äste.
Die Blätter.
Vielleicht sogar die Früchte.
Sie stehen für das, was nach aussen sichtbar wird.
Ein Kind meldet sich im Unterricht.
Es probiert neue Dinge aus.
Es traut sich, vor der Klasse zu sprechen.
Es glaubt daran, eine schwierige Aufgabe lösen zu können.
Das ist Selbstbewusstsein.
Selbstbewusstsein beantwortet die Frage:
„Was traue ich mir zu?“
Doch jeder Baum hat noch etwas anderes. Etwas, das wir gar nicht sehen.
Seine Wurzeln.
Sie entscheiden darüber, ob der Baum auch dann stehen bleibt, wenn ein Sturm kommt.
Diese Wurzeln sind der Selbstwert.
Der Selbstwert beantwortet eine ganz andere Frage:
„Bin ich auch dann wertvoll, wenn mir etwas nicht gelingt?“
Genau hier liegt der entscheidende Unterschied.
Ein Kind mit gesundem Selbstbewusstsein glaubt daran, dass es Herausforderungen bewältigen kann.
Ein Kind mit gesundem Selbstwert weiss:
„Auch wenn mir heute etwas nicht gelingt, bin ich trotzdem genauso viel wert.“
Der Selbstwert bildet die Grundlage, auf der sich ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln kann.
Denn ohne starke Wurzeln kann selbst die schönste Baumkrone beim ersten Sturm ins Wanken geraten.
Warum Mobbing den Selbstwert angreift
Genau deshalb ist Mobbing so gefährlich.
Es geht nicht nur um eine einzelne Beleidigung oder eine verletzende Bemerkung.
Mobbing geschieht wiederholt. Ein Kind wird über längere Zeit abgewertet, ausgeschlossen oder angegriffen.
Die Wirkung davon kann sein, dass es irgendwann beginnt, die Aussagen der anderen zu glauben.
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
„Ich bin komisch.“
„Ich gehöre nicht dazu.“
Am Anfang weiss das Kind vielleicht noch, dass diese Aussagen nicht stimmen.
Doch wenn es dieselben Botschaften immer und immer wieder hört, können sie sich langsam in seinem Inneren festsetzen.
Dann zweifelt das Kind nicht mehr nur daran, was es kann.
Es beginnt daran zu zweifeln, wer es ist.
Und genau in diesem Moment greift Mobbing den Selbstwert an.
Das bedeutet nicht, dass ein Kind mit einem gesunden Selbstwert nicht gemobbt werden kann.
Ein stabiler Selbstwert kann einem Kind jedoch dabei helfen, die Aussagen anderer weniger schnell als Wahrheit über sich selbst anzunehmen.
Es kann eher erkennen:
„Was diese Person über mich sagt, bestimmt nicht, wer ich bin.“
Die gute Nachricht ist:
Selbstwert und Selbstbewusstsein sind keine unveränderlichen Eigenschaften, die ein Kind entweder besitzt oder nicht besitzt.
Beides kann sich durch Erfahrung entwickeln.
Und durch die Art, wie ein Kind lernt, mit Fehlern, Herausforderungen und Ablehnung umzugehen.
Selbstwert beginnt oft bei uns Eltern
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass du dein Kind nicht nur selbstbewusster, sondern auch innerlich stärker begleiten möchtest, beginnt diese Reise häufig bei uns Eltern.
Kinder entwickeln ihren Selbstwert nicht allein durch unsere Worte.
Wir können ihnen jeden Tag sagen, wie wunderbar, mutig und wertvoll sie sind.
Doch noch stärker wirkt das, was wir ihnen vorleben.
Wie gehen wir selbst mit Fehlern um?
Wie sprechen wir über uns?
Wie reagieren wir auf Kritik?
Und wie sicher bleiben wir, wenn unser Kind gerade durch eine schwierige Zeit geht?
Kinder beobachten, ob wir uns selbst nach einem Fehler abwerten.
Sie hören, wie wir über unseren Körper, unsere Fähigkeiten und unsere Entscheidungen sprechen.
Und sie erleben, ob wir unseren eigenen Wert von der Meinung anderer abhängig machen.
Genau an diesem Punkt setzt Uprising Moms an.
Denn unsere eigene innere Sicherheit hat einen grossen Einfluss darauf, wie wir unser Kind durch schwierige Situationen begleiten.
Wenn wir lernen, mit unseren eigenen Ängsten, Zweifeln und Gefühlen sicherer umzugehen, können wir unserem Kind genau diese Sicherheit vorleben.
Ein gesunder Selbstwert lässt sich trainieren
Selbstwert und Selbstbewusstsein bei Kindern entstehen nicht über Nacht.
Sie wachsen durch Erfahrungen, kleine Erfolgserlebnisse, durch Herausforderungen, die Kinder bewältigen und durch Fehler, die sie machen dürfen.
Und durch die Erkenntnis, dass sie auch dann wertvoll bleiben, wenn einmal etwas schiefgeht.
Wenn du deinem Kind helfen möchtest, mehr Selbstbewusstsein und einen stabilen Selbstwert zu entwickeln, unterstützen wir euch gerne dabei.
Genau dafür haben wir das Glücksexperiment entwickelt.
Während 30 Tagen entdecken Kinder und Jugendliche Schritt für Schritt ihre eigenen Stärken. Sie lernen ihre Gefühle besser zu verstehen, Herausforderungen anders zu betrachten und herauszufinden, was ihnen persönlich guttut.
Dabei geht es nicht darum, dass Kinder immer stark wirken oder vor nichts mehr Angst haben.
Es geht darum, dass sie lernen, sich selbst zu vertrauen, auch dann, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt.
Und auch dann, wenn jemand anderer Meinung ist.





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