Schulverweigerung und Mobbing: Die gesundheitlichen Folgen von erzwungenem Schulbesuch
- 21. Mai 2023
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen

Die Mobbingproblematik
Mobbing ist ein ernstes Problem, das die psychische und physische Gesundheit von Kindern stark beeinflussen kann.
In vielen Fällen führt Mobbing sogar zur Schulverweigerung, da Kinder den schulischen Umfeldern, in denen sie gemobbt werden, entkommen möchten.
In diesem Blogartikel werden wir die Zusammenhänge zwischen Schulverweigerung, Mobbing und den gesundheitlichen Folgen diskutieren.
Darüber hinaus betrachten wir die Auswirkungen, wenn Kinder trotz des Mobbings zum Schulbesuch gezwungen werden.
Die ständige Konfrontation mit Mobbing kann bei betroffenen Kindern zu Angstzuständen, Depressionen, geringem Selbstwertgefühl, körperlichen Schmerzen und sozialer Isolation führen.
Um dieser belastenden Situation zu entkommen, entscheiden sich manche Kinder, die Schule zu meiden, was als Schulverweigerung oder Schulabsentismus bezeichnet wird.
Schulverweigerung: Ein gesunder Selbstschutz?

In diesem Moment der Verweigerung tun Kinder etwas, was viele Erwachsene verlernt haben. Es wurde auch uns als Kinder systematisch abtrainiert.
Sich selbst zu spüren!
Kinder, die wegen Mobbing die Schule verweigern tun das nicht, weil sie keine Lust haben, sondern weil sie spüren, dass dieser Ort (in diesem Fall die Schule) ihnen erheblichen Schaden zufügt.
Sie fühlen sich unsicher, haben Angst, werden nicht geschützt und tun das einzig Richtige! Sie stemmen sich dagegen auf, um sich selbst zu schützen.
Wie gesund ist das bitte? Da könnten wir Erwachsenen uns oft eine Scheibe abschneiden.
Die gesundheitlichen Folgen von Mobbing
Die gesundheitlichen Folgen von Mobbing sind oft schwerwiegend für die betroffenen Kinder.
Die ständige Belastung kann zu chronischem Stress führen, der das Immunsystem beeinträchtigt und das Risiko für Erkrankungen erhöht.

Betroffene Kinder leiden häufig unter:
Schlafstörungen
Kopfschmerzen
Magenproblemen
Rücken- und Nackenschmerzen
aggressivem Verhalten zu Hause
Zusätzlich ist das Risiko für psychische Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen massiv erhöht.
Der langfristige Einfluss von Mobbing kann das Selbstvertrauen der Kinder nachhaltig schädigen und zu langfristigen emotionalen und psychologischen Problemen führen.
Erwachsene, die als Kinder unter Mobbing litten haben ein sechsmal (!) höheres Risiko, eine psychische Krankheit zu entwickeln. Und damit sind nicht nur Depressionen gemeint, die sich behandeln lassen, sondern tiefe Störungen der Psyche, die höchstens symptomatisch behandelt werden können.
Eine Schädigung fürs Leben!
Erzwungener Schulbesuch und seine Auswirkungen:

In vielen Fällen wird Kindern trotz Mobbing der Schulbesuch auferlegt.
Die Schulpflicht ist gesetzlich geregelt, und Eltern sind verpflichtet, den Schulbesuch sicherzustellen.
Das Volksschulamt des Kantons Zürich schreibt dazu:
«Die Eltern und Dritte, denen eine Schülerin oder ein Schüler anvertraut ist, sind für die Erziehung sowie den regelmässigen Schulbesuch, die Erfüllung der Schulpflicht und der damit verbundenen Pflichten verantwortlich.»
Und da gibt es keine Ausnahmen!
Die schulischen Leistungen stehen im Fokus. Die Sorge, dass Kinder zu viel Stoff verpassen, ist gross.
Aber wo bleibt der gesundheitliche Aspekt?
Eine makellose schulische Laufbahn scheint in unserem System oft relevanter zu sein als die psychische Gesundheit unserer Kinder.
Systemversagen im Umgang mit Schulabsentismus
Es existieren klare Handlungspläne für Schulabsentismus. In der Praxis erleben wir jedoch häufig, dass diese nicht eingehalten werden.
Stattdessen passiert oft Folgendes:
Eltern wird die Schuld zugeschoben
Schulen drohen mit dem Jugendamt
Meldungen werden ohne klare Beweise eingereicht
Das ist der einfachste Weg, Verantwortung abzugeben.
Und nein, ich brauche hier jetzt kein: «Aber es gibt auch gute Schulen!»
Hoffentlich gibt es sie.
Aber solange wir zu 99 % mit genau solchen Fällen konfrontiert sind, haben wir ein massives Problem.
Die Folgen von erzwungenem Schulbesuch
Der erzwungene Schulbesuch kann zu erheblichen gesundheitlichen Folgen führen.
Kinder, die gezwungen werden, in einem Umfeld zu bleiben, in dem sie gemobbt werden, erleben oft:
steigenden Stress
verstärkte Angstzustände
psychische Probleme (Depressionen, Angst- und Panikattacken)
erhöhtes Risiko für Selbstverletzung und Suizidgedanken
Zudem wird das Vertrauen in Erwachsene und Institutionen erschüttert.
In diesem Moment werden sie auch nicht geschützt.
Das System schützt sie nicht und Eltern sind gesetzlich gezwungen, ihre Kinder an Orte zu schicken, an denen sie nicht sicher sind.
Lösungen: Wege aus der Mobbing-Spirale
Schulwechsel & Coaching
Ein Schulwechsel kann eine Chance sein. In Kombination mit gezieltem Coaching können Kinder:
ihr Selbstvertrauen stärken
alte Muster ablegen
sicherer im Umgang mit sozialen Situationen werden
Doch die Narben bleiben. Deshalb ist die Aufarbeitung entscheidend, auch nach dem Mobbing.
Wir durften schon einige Hundert Kinder auf einen Schulwechsel vorbereiten und danach weiter begleiten. Dadurch konnten sie endgültig aus der Opferrolle ausbrechen und die Verhaltensweisen ablegen, die sie durch das Mobbing entwickelt haben.
Privatschulen als Alternative
Privatschulen können helfen, sind jedoch oft teuer.
Viele Familien können sich diese Option nicht leisten und bezahlen faktisch mit der psychischen Gesundheit ihres Kindes.
Dabei hat jedes Kind nicht nur eine Schulpflicht, sondern auch ein Recht auf Schule.
Und dieses Schulrecht sollte eine gesunde Entwicklung beinhalten!

Heimunterricht (Homeschooling)
Heimunterricht ist für einige Familien eine geeignete Lösung.
Doch auch hier werden viele Hürden aufgebaut. In manchen Kantonen ist Homeschooling weiterhin stark eingeschränkt oder sogar verboten.
Selbst wenn Eltern Verantwortung übernehmen wollen, müssen sie hart für ihre Kinder kämpfen.
Ganzheitlicher Ansatz: Schule, Eltern und Coaching
Um den Kreislauf aus Mobbing und Schulverweigerung zu durchbrechen, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz:
Schulen
stehen für eine 0-Toleranz gegenüber Mobbing, handeln präventiv und konsequent
schaffen eine Kultur, in der Probleme offen angesprochen werden dürfen
nutzen gezielt Coaching und externe Fachstellen zur Unterstützung
Wegschauen ist keine Lösung.
Hilfe holen ist keine Schwäche – sondern Verantwortung.
Eltern und Kinder
Auch Familien spielen eine zentrale Rolle.
Kinder können lernen wie sie:
aus der Opferrolle ausbrechen
neue Verhaltensstrategien entwickeln können
Selbstvertrauen aufbauen können
Doch: Wenn sich am System nichts ändert, verlagert sich das Problem oft nur auf das nächste Kind.
Täter-Kinder verstehen und begleiten
Kinder, die mobben, sind nicht „böse“.
Sie haben ein Ventil gefunden für:
Wut
Unzufriedenheit
Unsicherheit
Überforderung
Damit schaden sie anderen Kindern und das darf nicht geduldet werden.
Auch diese Kinder brauchen Unterstützung, um ihr Verhalten zu verändern. Nicht nur für andere, auch für sich selbst.
(Wenn du merkst, dass dein Kind solche Verhaltensweisen zeigt und du nicht weisst, wie du sinnvoll eingreifen kannst, zeigt dir unser U-Turn-Coaching Schritt für Schritt, wie du es aus dieser Dynamik herausholst und wieder in eine gesunde Richtung begleitest.)
Die Meinung der Kinder zählt
Kinder wollen gehört werden.
Auch wenn ihre Stimme oft die leiseste ist, ist sie nicht weniger wichtig.
Ich bin überzeugt, dass viele Probleme sich lösen würden, wenn wir unseren Kindern einfach zuhören würden, sie unterstützen und aufhören ihnen ihre Gefühle abzusprechen.
Statt zu sagen:
«Du musst dich zusammenreissen!»
«Andere müssen auch zur Schule!»
«Aber was soll aus dir werden, wenn du nicht zur Schule gehst?»
Braucht es neue Fragen:
«Was können wir tun, damit du dich wieder wohl fühlst?»
«Wie können wir dich unterstützen?»
«Was würde dir helfen?»
«Was für eine Lösung hättest du dafür?»
«Was können wir machen, um dir zu helfen?»
«Wir werden eine Lösung finden, die stimmt für dich!»
«Ich bin stolz auf dich, dass du so gut auf deine Gefühle hören kannst.»
Oder einfach:
«Wir sind da für dich.»
Fazit: Ein System, das krank macht?
Unser System gilt als modern.
Doch sobald Kinder nicht funktionieren, verlieren sie ihren Platz – und werden krank.
Was ist daran fortschrittlich?
Wir können das besser.
Lasst uns hinschauen, Verantwortung übernehmen und echte Veränderung schaffen, damit unsere Kinder psychisch und physisch gesund bleiben.
Wenn dein Kind bereits körperlich oder emotional auf die Schule reagiert, warte nicht länger: In unserem Antimobbingcoaching zeigen wir euch konkret, wie dein Kind wieder Sicherheit gewinnt, aus der Überforderung aussteigt und Schritt für Schritt zurück in einen gesunden Schulalltag findet.
👉Hier erhältst du Informationen zum Antimobbingcoaching






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