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Mobbingprävention bei Kindern: Warum der Kontrollbereich so entscheidend ist

  • 5. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

„Ich hab die Schnauze so voll von dem Typ!“


Die Haustür knallte zu.


Mein Sohn stürmte in die Wohnung, die Wut war ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Manchmal braucht es keine langen Erklärungen. Man sieht sofort, dass etwas passiert ist.


Zwischen den Worten sprudelte der Ärger heraus.


„Wir waren verabredet und immer lässt er mich 30 Minuten vor dem Haus warten. Es kotzt mich so an!“


Früher hätte ich wahrscheinlich genau das gesagt, was viele Erwachsene in solchen Situationen sagen:


„Das regelt sich schon wieder.“

„Dann triff dich halt nicht mehr mit ihm.“

„Meine Tür ist kein Panzer!“


Heute weiss ich, dass genau hier Mobbingprävention beginnt. Nicht erst dann, wenn ein Kind gemobbt wird. Und auch nicht erst dann, wenn die Schule anruft. Und ich warte auch nicht, bis die Tränen fliessen.


Ich beginne in diesen kleinen Alltagssituationen, in denen Kinder lernen, wie sie mit schwierigen Menschen und belastenden Gefühlen umgehen können.



Was dein Kind aus Konflikten fürs Leben lernen kann


Ich legte alles weg, was ich gerade in den Händen hielt, und fragte:


„Was genau stört dich daran?“


Er setzte sich neben mich und antwortete:


„Dass ich da rumstehe und auf ihn warte. Und es ihn nicht interessiert.“


Ich habe vollstes Verständnis. Natürlich nervt das und es fühlt sich unfair an.


Natürlich macht es etwas mit einem Menschen, wenn andere seine Zeit nicht respektieren.


Deshalb fragte ich weiter:


„Versteh ich. Das würde mich auch nerven. Hast du ihm das gesagt?“


„Ja, hab ich.“

„Interessiert ihn nicht.“


Und genau hier wird es spannend. Denn viele Kinder bleiben genau an diesem Punkt hängen.


Der andere ist unfair.

Der andere macht mich wütend.

Der andere ist schuld daran, dass ich mich schlecht fühle.



Warum die Schuldfrage Kinder nicht weiterbringt


Wenn wir dauerhaft in dieser Denkweise bleiben, passiert etwas Gefährliches:


Wir fühlen uns ausgeliefert.

Wir beginnen ständig zu warten, bis andere Menschen ihr Verhalten ändern.

Wir machen andere unbewusst zum Mittelpunkt unserer Gefühle.

Und wir führen Diskussionen im Kopf weiter, lange nachdem die Situation vorbei ist.


Die Folge? Der andere bestimmt weiterhin:


Unsere Stimmung.

Unsere Energie.

Unser Wohlbefinden.


Und genau das macht Kinder langfristig verletzlich.



Der wichtigste Schritt in der Mobbingprävention


Deshalb zeige ich Kindern bereits früh, Verantwortung für ihre Gefühle zu übernehmen.


Nur so bleiben sie handlungsfähig.


Ich fragte meinen Sohn:

„Okay. Du kannst ihn nicht verändern. Aber was kannst DU tun? Was liegt in deinem Kontrollbereich?“


Er überlegte einen Moment. Dann kam seine Antwort:


„Dann hole ich ihn einfach nicht mehr ab. Er soll mich abholen. Dann muss ich nicht mehr warten.“


Und plötzlich veränderte sich seine ganze Energie.


Die Wut wurde weniger.

Die Ohnmacht verschwand.

Er hatte eine Lösung gefunden.



Kinder brauchen keinen perfekten Umgang mit Konflikten


Mein Sohn hat für sich selbst eine Lösung gefunden, die seine Gefühle positiv beeinflusst hat.


Und genau darum geht es. Auf diese Weise lernen sie:


„Ich kann nicht alles kontrollieren. Aber ich kann mein eigenes Verhalten beeinflussen.“


Das ist eine Fähigkeit, die Kinder ihr ganzes Leben lang brauchen werden.


In Freundschaften.

In der Schule.

Im Berufsleben.


Und auch dann, wenn sie irgendwann auf Menschen treffen, die sie bewusst provozieren oder kleinmachen wollen.



Warum Kinder mit einem starken Kontrollbereich seltener zu Mobbingopfern werden


Kinder, die ihren Kontrollbereich kennen und nutzen, wirken anders.


Sie erleben sich selbst als wirksam.


Sie wissen, dass sie Entscheidungen treffen können.


Sie übernehmen Verantwortung für ihr Denken, Fühlen und Handeln.


Dadurch geraten sie deutlich seltener in die Opferrolle.


Denn Mobbing muss sich lohnen.


Kinder, die sich ständig hilflos fühlen, werden leichter verunsichert.


Kinder, die gelernt haben, ihre Handlungsmöglichkeiten zu erkennen, entwickeln hingegen eine innere Stärke, die Angriffe oft schon im Ansatz erschwert.


Der entscheidende Gedanke lautet:

Ich habe die Kontrolle darüber, was ich denke und glaube.


Und genau dort beginnt echte Mobbingprävention.



Kinder stärken, bevor Mobbing überhaupt entsteht


Viele Eltern suchen Hilfe erst dann, wenn die Situation bereits eskaliert ist.


Dabei beginnt Prävention viel früher.


Sie beginnt in den kleinen Momenten des Alltags.


In Gesprächen auf dem Sofa.

In Konflikten mit Freunden.

In Situationen, die Kindern zeigen, dass sie nicht machtlos sind.


Je früher Kinder lernen, ihren Kontrollbereich zu erkennen, desto stabiler werden sie für die Herausforderungen des Lebens.



Kinder stärken beginnt mit den richtigen Werkzeugen


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Mit dem Glücksexperiment lernen Kinder und Eltern, den Fokus bewusst auf das zu lenken, was sie beeinflussen können.



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Denn starke Kinder entstehen nicht zufällig. Sie entstehen dort, wo Erwachsene wissen, wie sie sie stärken können.

 

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