Resilienz bei Kindern – Was bei Mobbing wirklich stärkt (Teil 1)
- 5. Jan. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Apr.

Das Wort Resilienz kommt aus dem lateinischen "resilire", was so viel bedeutet wie "zurückspringen" oder "abprallen". Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit.
Man könnte auch sagen: das Immunsystem der Seele.
Gerade im Kontext von Mobbing, Stress und emotionalen Belastungen wird deutlich, wie entscheidend diese Fähigkeit ist.
Manchmal wird auch von „Resistenz“ gesprochen – gemeint ist aber immer dasselbe: die Fähigkeit, mit schwierigen Situationen umzugehen, mit Stress, mit Rückschlägen, mit Krisen – und dabei auf die eigenen Ressourcen zurückzugreifen, um sich wieder aufzurichten. Und dies möglichst schnell.
Was bedeutet Resilienz wirklich?
Resiliente Menschen haben durch ihre innere Stärke die Fähigkeit, nach einem Rückschlag wieder aufzustehen und ihren Weg weiterzugehen.
Du kennst diesen Satz bestimmt:
„Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.“
Oder wie es Boris Gundl formuliert hat:
„Wenn Sie wirklich Resilienz anstreben, müssen Sie das Umfallen in Kauf nehmen, um wieder aufstehen zu können.“
Stimmt das wirklich? Muss man tatsächlich erst fallen, um resilient zu werden?
Müssen Kinder Krisen erleben, um stark zu werden?
Nein, müssen sie nicht!
Und das ist eine unglaublich wichtige Erkenntnis.
Kinder können Resilienz von klein auf lernen. Sie müssen nicht zuerst durch grosse Krisen gehen, um stark zu werden – im Gegenteil: Prävention und frühzeitige Unterstützung sind entscheidend, gerade auch im Bereich Mobbing Prävention.
Und genau hier wird es kritisch.
Denn wenn ich solche Sätze höre wie:
„Mobbing härtet ab!“
„Wenn sie das überstehen, dann überstehen sie alles!“
…dann könnte ich wirklich kotzen.
Was, wenn es eben nicht stärkt?
Was, wenn es eben nicht stärker macht?
Was, wenn ein Kind daran zerbricht?
Was ist mit all den Menschen, die eben nicht gestärkt aus solchen Situationen hervorgehen?
Warum sprechen wir immer nur über die, die es „geschafft“ haben?
Wir alle wissen doch, dass es viele gibt, die genau daran zerbrechen. Die nie gelernt haben, wie Resilienz überhaupt funktioniert. Und genau hier setzt gezieltes Antimobbingcoaching an.
Die Wahrheit über Krisen
Krisen allein machen nicht stark.
Wenn ein Mensch nicht gelernt hat, mit schwierigen Situationen umzugehen, wenn keine Strategien da sind, keine innere Stabilität aufgebaut wurde, dann hinterlassen solche Erfahrungen Spuren.
Tiefe Spuren.
Und manchmal begleiten sie einen bis ins Erwachsenenalter, besonders dann, wenn die Folgen von Mobbing bei Kindern nicht frühzeitig erkannt und aufgefangen werden.
„Mir hat es ja auch nicht geschadet!“
Ein Satz, den ich immer wieder höre.
Und ich denke mir jedes Mal: Doch. Hat es. Sonst würden wir dieses Gespräch nicht führen.
Sonst wäre da mehr Empathie. Mehr Zugang zu den eigenen Gefühlen. Mehr Verständnis.
Resilienz beginnt im Alltag
Resilienz entsteht nicht in der Krise.
Resilienz entsteht im Alltag.
Sie ist ein zentraler Bestandteil von innerer Stärke bei Kindern und kann gezielt aufgebaut werden.
Sie wird vorgelebt und von den Kindern nachgeahmt.
Resilienz wächst in kleinen Schritten.
Damit Kinder dann, wenn es wirklich schwierig wird, nicht erst überlegen müssen, wie das geht, sondern bereits die Fähigkeit in sich tragen, mit solchen Situationen umzugehen.



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