top of page

Wie bekommt mein Kind mehr Selbstbewusstsein? Und warum das Selbstbewusstsein bei Kindern einer der wichtigsten Schritte zur Mobbingprävention ist.

  • vor 6 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 14 Stunden

Selbstbewusstsein bei Kindern. Eine Gruppe Kinder posiert selbstbewusst.

"Dein Kind braucht einfach mehr Selbstbewusstsein." Diesen Satz höre ich unglaublich oft. Fast so, als wäre damit alles erklärt. Als gäbe es einen Schalter, den man einfach umlegen müsste.

Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein. Ein bisschen weniger Unsicherheit. Und schon wäre alles gut.


Wenn das so einfach wäre, hätten wir unseren Job schon längst verloren.


Denn Selbstbewusstsein entsteht nicht dadurch, dass dir ständig jemand sagt, wie toll du bist.


Es entsteht dadurch, dass du Erfahrungen machst.


Erfahrungen, die dir zeigen: Ich schaffe das. Ich darf Fehler machen. Ich kann Herausforderungen bewältigen. Ich weiss, wer ich bin.


Genau deshalb ist Selbstbewusstsein einer der wichtigsten Bausteine für ein glückliches Leben. Und ja, auch für die Mobbingprävention. Aber eben nur einer von mehreren.



Was bedeutet Selbstbewusstsein bei Kindern überhaupt?


Der Begriff klingt so selbstverständlich, dass wir kaum noch darüber nachdenken.


Dabei steckt die Antwort bereits im Wort.


Selbstbewusstsein bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein.


Zu wissen, wer man ist.

Zu wissen, was einem wichtig ist.

Zu wissen, wo die eigenen Grenzen liegen.

Zu wissen, welche Werte man vertritt.


Und auch zu wissen, dass andere Menschen eine Meinung über dich haben dürfen, ohne dass diese Meinung deinen Wert bestimmt.


Kinder mit einem gesunden Selbstbewusstsein müssen nicht jedem gefallen.


Sie müssen nicht ständig dazugehören.

Sie müssen sich nicht verbiegen.

Sie kennen sich selbst. Und genau das macht sie innerlich stabil.


Selbstbewusstsein schützt. Aber es macht nicht unverwundbar.


Mobbing entsteht niemals, weil ein Kind zu wenig Selbstbewusstsein hat.


Mobbing ist eine Gruppendynamik.


Es entsteht dort, wo Menschen Macht ausüben, andere mitmachen und Erwachsene zu spät oder falsch reagieren.


Deshalb kann auch ein selbstbewusstes Kind gemobbt werden.


Das erleben wir immer wieder.


Trotzdem gehört Selbstbewusstsein zu den wichtigsten Bausteinen der Mobbingprävention. Kinder, die sich selbst gut kennen, ihre Grenzen wahrnehmen und sich nicht ausschliesslich über die Meinung anderer definieren, geraten häufig weniger leicht in bestimmte Dynamiken. Und selbst wenn sie betroffen sind, finden sie oft schneller wieder zurück in ihre eigene Stärke.



Selbstbewusstsein wächst nicht durch Lob


Selbstbewusstsein bei Kindern. Selbstbewusster Junge zeigt seine Muskeln.

Viele Erwachsene glauben, sie müssten Kinder möglichst oft loben.


"Super gemacht."

"Du bist grossartig."

"Du bist die Beste."


Natürlich dürfen wir Kinder loben. Aber Lob allein macht kein selbstbewusstes Kind.


Wenn ein Kind seinen Wert nur noch über Lob erfährt, entsteht etwas Gefährliches:


Es beginnt, Bestätigung im Aussen zu suchen.

Es macht Dinge, damit andere stolz sind.

Es möchte gefallen.

Es möchte Anerkennung.


Und irgendwann entscheidet nicht mehr das Kind über seinen Wert, sondern die Reaktion der anderen.


Echtes Selbstbewusstsein entsteht anders.


Es wächst jedes Mal, wenn ein Kind erlebt:

"Das war schwierig. Und ich habe es trotzdem geschafft."



Warum gemobbte Kinder ihr Selbstbewusstsein verlieren


Wenn ein Kind über Wochen oder Monate hört, dass es komisch, peinlich oder falsch ist, beginnt es irgendwann, diese Aussagen zu glauben.


Nicht weil sie wahr wären, sondern weil unser Gehirn Wiederholungen liebt.


Aus einzelnen Bemerkungen werden Zweifel. Aus Zweifeln werden Überzeugungen.

Und irgendwann steht ein Kind vor dem Spiegel und sieht nicht mehr sich selbst. Es sieht nur noch das Bild, das andere von ihm gezeichnet haben.


Genau deshalb arbeiten wir im Coaching nicht einfach am Selbstbewusstsein. Wir arbeiten daran, dass Kinder wieder erkennen, wer sie wirklich sind.



Selbstbewusstsein kann man trainieren


Die gute Nachricht ist: Selbstbewusstsein ist keine angeborene Eigenschaft. Es ist etwas, das wachsen darf.


Jede Erfahrung, die ein Kind selbst bewältigt, stärkt dieses innere Fundament.



Mut wächst durch Mut


Selbstbewusstsein bei Kindern. Selbstbewusster kleiner Junge drückt ein Auge zu.

Viele Menschen warten darauf, mutig zu sein. Dabei funktioniert unser Gehirn genau andersherum.


Mut entsteht meistens erst nach dem ersten Schritt.


Deshalb lieben wir kleine Mut-Challenges. Nicht riesige Herausforderungen. Sondern kleine Schritte.


Vielleicht heute einmal allein etwas bestellen.

Im Unterricht freiwillig eine Antwort geben.

Ein neues Hobby ausprobieren.

Eine eigene Meinung aussprechen.


Jedes Mal sammelt das Gehirn einen neuen Beweis: "Ich kann das."


Und genau aus diesen kleinen Beweisen entsteht mit der Zeit etwas Grosses.

 


Was Eltern tun können


Kinder lernen Selbstbewusstsein nicht durch Vorträge. Sie lernen es durch Erfahrungen.


Und genau da tappen wir Eltern oft in eine gut gemeinte Falle.


Wir möchten unsere Kinder beschützen. Vor Enttäuschungen. Vor Fehlern. Vor unangenehmen Situationen. Wir springen ein, lösen Konflikte, übernehmen Aufgaben oder greifen ein, noch bevor unser Kind überhaupt die Chance hatte, selbst eine Lösung zu finden. Aus Liebe.


Aber genau dadurch nehmen wir unseren Kindern oft die Möglichkeit, an diesen Erfahrungen zu wachsen.


Denn Selbstbewusstsein entsteht nicht dadurch, dass immer alles klappt.


Es entsteht dann, wenn ein Kind merkt: "Das war schwierig. Aber ich habe einen Weg gefunden."


Natürlich sprechen wir hier nicht von gefährlichen Situationen oder von Mobbing. Dort brauchen Kinder Erwachsene, die konsequent hinschauen und Verantwortung übernehmen.


Aber im Alltag dürfen Kinder durchaus erleben, dass nicht alles auf Anhieb funktioniert.


Dass sie scheitern.

Dass sie Frust aushalten.

Dass sie Konflikte lösen.

Dass sie auch einmal für etwas einstehen müssen.


Unsere Aufgabe ist nicht, ihnen jeden Stein aus dem Weg zu räumen. Unsere Aufgabe ist es, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Nicht sie zu übersteuern. Sondern ihnen zuzutrauen, dass sie Schritt für Schritt ihren eigenen Weg finden.


Selbstbewusstsein bei Kindern. Frau spricht beruhigend mit Jungen auf Sofa im hellen Wohnzimmer; bunte Wand, Pflanzen, angespannte Stimmung.

Genauso wichtig ist die Körpersprache.


Ein Kind, das mit gesenktem Blick über den Pausenplatz läuft, die Schultern hängen lässt und versucht, möglichst unsichtbar zu sein, sendet unbewusst andere Signale aus als ein Kind, das aufrecht geht, Blickkontakt hält und Präsenz zeigt.


Dabei geht es nicht darum, eine Rolle zu spielen. Sondern darum, dass Kinder lernen dürfen, wie sich eine selbstbewusste Haltung anfühlt.


Ein aufrechter Stand, ein offener Blick und ein klarer Blickkontakt verändern nicht nur die Wirkung nach aussen. Sie beeinflussen auch das eigene Gefühl im Inneren.


 

Unser Fazit


Selbstbewusstsein bei Kindern verhindert Mobbing nicht automatisch.


Aber es ist einer der wichtigsten Bausteine, um Kinder stark fürs Leben zu machen.


Kinder, die sich selbst kennen, ihre Gefühle ernst nehmen, ihre Grenzen wahrnehmen und ihren eigenen Wert nicht von der Meinung anderer abhängig machen, tragen etwas in sich, das ihnen niemand nehmen kann.


Und genau dieses Fundament dürfen wir ihnen jeden Tag ein Stück mitgeben.


Nicht mit grossen Reden, sondern durch gemeinsame Erfahrungen, Vertrauen und den Mut, auch einmal etwas auszuprobieren.


Du möchtest dein Kind stärken?


Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind grundsätzlich mehr innere Stärke entwickeln darf und du gleichzeitig merkst, dass auch du dich selbst oft zurücknimmst oder an dir zweifelst, dann wirf unbedingt einen Blick auf Uprising Moms. Denn selbstbewusste Eltern sind das stärkste Vorbild für selbstbewusste Kinder.



Solltest du hingegen den Verdacht haben, dass dein Kind bereits von Mobbing betroffen ist, warte nicht zu lange. In unserer Leuchtturmberatung schauen wir gemeinsam auf eure Situation und besprechen die nächsten sinnvollen Schritte.


Anschliessend kann dein Kind auf Wunsch auch ein Probecoaching absolvieren, damit ihr den Coach findet, der menschlich am besten zu eurem Kind passt.


Kostenloses Probecoaching & Telefonat

Und wenn ihr als Familie lernen möchtet, Meinungen von Fakten zu unterscheiden und dadurch den eigenen Selbstwert weniger von den Aussagen anderer abhängig zu machen, dann ist unser Kartenspiel „Fakt oder Meinung“ eine wunderbare Möglichkeit. Spielerisch entdecken Kinder und Erwachsene, warum nicht jede Aussage über uns automatisch wahr ist – und genau das ist ein wichtiger Baustein für gesundes Selbstbewusstsein bei Kindern.


Kartenspiel für mehr Selbstbewusstsein bei Kindern. Fakt oder Meinung?

Kommentare


bottom of page