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Von Mobbing gezeichnet – und heute Antimobbingcoach: Stefanies bewegende Geschichte

  • 3. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

„Mama, warum hassen mich alle?“


Es gibt Erlebnisse, die man nie vergisst.


Auch dann nicht, wenn sie viele Jahre zurückliegen.


Stefanie ist heute 33 Jahre alt. Sie ist Mama von zwei Kindern und sitzt an ihrem Computer, um für ihren Abschluss als Antimobbingcoach zu lernen. Eigentlich wollte sie an diesem Abend einfach ein weiteres Modul durcharbeiten. So wie an vielen Abenden zuvor.


Doch während sie sich durch die Ausbildungsinhalte klickt, tauchen Erinnerungen auf, die sie längst hinter sich gelassen glaubte.


Erinnerungen an neun Jahre Mobbing.


An Mädchen, die jede Freundschaft zerstörten, noch bevor sie überhaupt entstehen konnte. An Jungs, die sie über den Pausenhof jagten. An Beleidigungen, Ausgrenzung und Demütigungen. An dieses ständige Gefühl, nirgendwo wirklich dazuzugehören.


Und an die Frage, die sie ihrer Mama damals immer wieder stellte:


„Mama, warum hassen mich alle?“


Viele Jahre später weiss Stefanie, dass diese Frage nie wirklich verschwunden ist. Sie wurde nur leiser. Irgendwo zwischen Alltag, Beruf, Familie und den Anforderungen des Erwachsenenlebens blieb sie bestehen.


Denn auch wenn die Schulzeit längst vorbei war, hatten die Erfahrungen von damals Spuren hinterlassen.



Die Vergangenheit sass noch immer mit am Tisch


Viele Menschen glauben, Mobbing sei irgendwann einfach vorbei.


Man wird älter, verlässt die Schule und beginnt ein neues Kapitel.


Doch so funktioniert es leider nicht immer.


Die Schulzeit endet. Die Erinnerungen bleiben.


Manche Betroffene tragen die Folgen ein Leben lang mit sich herum. Selbstzweifel, Unsicherheit, das Gefühl, nicht gut genug zu sein oder ständig auf Ablehnung vorbereitet sein zu müssen.


Auch Stefanie kannte diese Gefühle.


Deshalb zog sie die Ausbildung zum Antimobbingcoach so stark an. Natürlich wollte sie lernen, wie man Kinder unterstützt und Familien begleitet. Aber tief in ihrem Inneren wollte sie noch etwas anderes.


Sie wollte verstehen.


Verstehen, weshalb ihr das alles passiert war.

Verstehen, warum sie damals immer wieder zur Zielscheibe wurde.

Verstehen, weshalb sie die Folgen selbst als Erwachsene noch spürte.


Mit jedem Modul lernte sie mehr über Mobbing, Gruppendynamiken und die Mechanismen dahinter.


Doch die Antwort auf ihre eigene Geschichte hatte sie noch nicht gefunden.


Bis zu einem Abend im Januar 2025.



Das Video, das alles veränderte


Im fünften Modul der Ausbildung sah Stefanie ein Coaching-Video.


Laura arbeitete darin mit einem Kind, das von Mobbing betroffen war.


Zunächst schien es ein ganz normales Coaching zu sein.


Dann stellte Laura dem Kind eine Frage: „Kannst du kontrollieren, was andere über dich denken?“


Das Kind überlegte kurz und antwortete: „Nein.“


Laura nickte und fragte weiter: „Kannst du kontrollieren, was DU über dich, die anderen und die Situation denkst?“


Diesmal antwortete das Kind: „Ja.“


Stefanie hörte aufmerksam zu.


Dann kam die nächste Frage: „Was wäre, wenn die dich komplett doof finden würden und es dich kalt lassen würde, weil du genau weisst, dass sie unrecht haben? Macht es dann noch Spass, dich fertig zu machen?“


Das Kind dachte nach.


Dann schüttelte es den Kopf.


„Nein.“


Für das Kind war das nur eine Antwort in einem Coaching.


Für Stefanie war es der Beginn von etwas viel Grösserem.



Plötzlich erklärte sich ihr Leben rückwärts


Als das Video fertig war, drückte Stefanie auf Pause.


Sie sass einfach nur da.


Der Bildschirm vor ihr war noch derselbe. Das Zimmer war noch dasselbe. Und doch fühlte sich plötzlich alles anders an.


Sie erinnert sich heute noch genau an diesen Moment.


Es war, als würde jemand die einzelnen Puzzleteile ihres Lebens vor ihr ausbreiten und sie zum ersten Mal in die richtige Reihenfolge legen.


Ihr Leben begann sich rückwärts zu erklären.


Nicht nur einzelne Situationen und nicht nur bestimmte Erlebnisse.


Fast zwanzig Jahre lang hatte sie nach Antworten gesucht. Sie hatte versucht zu verstehen, weshalb andere Kinder so grausam sein konnten. Weshalb sie ausgeschlossen wurde. Weshalb sie gejagt, verspottet und verletzt wurde.


Immer wieder war sie bei derselben Frage gelandet: Warum ich?


An diesem Abend bemerkte sie zum ersten Mal, dass sie die Antwort möglicherweise an der falschen Stelle gesucht hatte.



Die Erkenntnis, die alles veränderte


Natürlich konnte sie die Vergangenheit nicht ändern. Und natürlich waren die Verletzungen noch da.


Neun Jahre Mobbing hinterlassen Spuren.


Doch plötzlich verstand sie etwas, das ihr zuvor niemand gezeigt hatte.


Die Kinder von damals hätte sie niemals kontrollieren können.


Ihre Gedanken nicht.

Ihre Worte nicht.

Ihre Handlungen nicht.


Aber sie erkannte, dass es noch eine andere Ebene gab, die sie ihr ganzes Leben lang unterschätzt hatte.


Die Gedanken über sich selbst.

Die Bedeutung, die sie den Erlebnissen gab.

Die Geschichten, die sie sich immer wieder erzählte.

Zum ersten Mal betrachtete sie ihre Kindheit nicht mehr ausschliesslich aus der Perspektive des ausgelieferten Mädchens, das jeden Morgen Angst vor dem nächsten Schultag hatte

.

Sie begann zu erkennen, welche Kraft in ihr selbst steckte.


Eine Kraft, die damals vorhanden gewesen wäre, von der ihr aber niemand erzählt hatte.



Antworten, die sie sich als Kind gewünscht hätte


Während der Ausbildung wurde Stefanie immer klarer, weshalb sie sich so stark zu diesem Beruf hingezogen fühlte.


Sie dachte an das kleine Mädchen zurück, das weinend nach Hause kam.


An die Verzweiflung.

An die Ohnmacht.

An die vielen Fragen.


Und an Eltern, die ihre Kinder lieben und trotzdem oft nicht wissen, wie sie ihnen helfen können.


Heute versteht Stefanie diese Hilflosigkeit besser denn je.


Denn ihre eigenen Eltern standen damals genau an diesem Punkt. Sie wollten helfen. Sie wollten ihre Tochter beschützen.


Doch ihnen fehlte das Wissen, das Stefanie heute besitzt.


Genau deshalb ist diese Ausbildung für sie weit mehr geworden als ein beruflicher Weg.


Sie hat Antworten gefunden, nach denen sie fast zwei Jahrzehnte gesucht hatte.



Heute gibt sie weiter, was sie selbst gebraucht hätte


Mobbing verändert Kinder.

Manchmal für Monate.

Manchmal für Jahre.

Manchmal für ein ganzes Leben.


Doch Stefanies Geschichte zeigt auch etwas anderes:

Kinder sind nicht dazu bestimmt, ihre Wunden für immer mit sich herumzutragen.


Sie können lernen, ihre innere Stärke wiederzufinden.


Sie können lernen, sich selbst anders zu sehen.


Und sie können lernen, aus einer Situation auszubrechen, die sich lange aussichtslos angefühlt hat.


Heute begleitet Stefanie andere Kinder und Familien auf genau diesem Weg.


Weil sie weiss, wie sich Hilflosigkeit anfühlt.


Weil sie weiss, wie es ist, jeden Morgen mit Bauchschmerzen zur Schule zu gehen.


Und weil sie weiss, wie wertvoll es ist, endlich Antworten zu bekommen.



Werde die Unterstützung, die Familien dringend brauchen


Jeden Tag erleben Kinder Mobbing. Jeden Tag stehen Eltern vor Situationen, die sie überfordern und verzweifeln lassen.


Deshalb braucht es Menschen, die verstehen, wie Mobbing entsteht, wie Kinder gestärkt werden können und welche Schritte wirklich helfen.


Die Ausbildung zum Antimobbingcoach bei Be Nice vermittelt genau dieses Wissen. Sie gibt dir Werkzeuge an die Hand, mit denen du Kinder, Jugendliche und Familien professionell begleiten kannst.



Und manchmal passiert dabei noch etwas viel Wertvolleres:


Du beginnst auch deine eigene Geschichte mit anderen Augen zu sehen.


So wie Stefanie.

 

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