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Und plötzlich, habe ich mich kaum wiedererkennt


Vor ein paar Wochen sind mehrere Umstände zusammengekommen, die mich so stark getriggert haben, dass mich mein Hirn sofort in den Überlebensmodus versetzte. Dieser Überlebensmodus kann in vier Stressreaktionen unterteilt werden. Flucht Kampf Erstarren Anpassung Bei mir wurde der Kampfmodus aktiviert. Und als ob der allein nicht reicht, ist der Löwenmama Modus zu Hochtouren aufgelaufen.



Reden wir es nicht schön!

Dieser Löwenmama Modus ist einfach was ganz eigenes und es fühlt sich einfach nur schlimm an!

Ich arbeite täglich mit Eltern, die sich genauso fühlen. Ich kann mich immer so gut hineinversetzten, wie es sich anfühlt, wenn man sein Kind nicht schützen kann. Es ist aber


Jahre her, als ich mich selbst so hilflos und überfordert gefühlt habe, wie jetzt gerade. Man ist vollgepumpt mit Schuldgefühl, Angst, Ohnmacht und Verzweiflung. Für mich ist das Schlimmste das Gefühl von Machtlosigkeit gegenüber dem Schulsystem. Das Aussetzen meiner Kinder bei Menschen, die so viele Probleme mit sich selbst haben, die Machtspiele mit Kindern ausfechten, denen es egal ist, wie ein Kind sich mental entwickelt und die Meister darin sind alles unter den Teppich zu kehren, was für sie zu Problemen führen könnte. Und mir sind die Hände gebunden, um sie zu schützen. Ich darf behaupten, dass ich in den letzten Jahren enorm an mir selbst gearbeitet habe. In Themen wie Resilienz, positives Mindset, Selbstreflexion bin ich schon sehr weit gekommen und das macht mich stolz. Doch in dem Moment, in dem meine Kinder involviert sind und meine Sorgen sich um sie drehen, fällt es mir unheimlich schwer all das anzuwenden, was mir sonst mittlerweile so einfach fällt. Mir war sehr schnell klar, dass ich da nicht allein rausfinden würde, da ich mich soooo sehr reingesteigert habe. Also bin ich zu meiner Therapeutin. Diese Frau ist einfach ein Engel und da sie mich schon Jahre kennt, weiss sie eben genau, wie sie mich unterstützen kann. "Frau Bolli, sie sind so sehr im Kampfmodus, obwohl JETZT noch überhaupt nichts passiert ist. Ihre ganzen schlechten Erfahrungen kommen gerade geballt zurück, da sie diese nie aufgelöst haben." Bäääääm! In da Face! Und das mit Schmackes.


Auch Eltern sind traumatisiert, nicht nur die Kinder Genauso ist es. Ich habe die Tatsache, dass mein Sohn unter Mobbing litt, gut verarbeitet, aber ich habe der Schule für ihr Versagen nie verziehen. Ich habe den Umstand, dass ich meinen Sohn ins Homeschooling nehmen musste, weil er durch den schulischen Druck so viele körperliche Schmerzen entwickelte, zwar durchlebt, aber nie verarbeitet, wie sehr auch da das System über Jahre versagt hatte. Und nun muss ich mein Kind, was ich ein Jahr aufgepäppelt habe, diesem System wieder übergeben. Allein beim Gedanken daran, dreht sich mir der Magen um. (Und dass ich meinen 3-jährigen auch noch 11 Jahre durch dieses System begleiten muss, macht es gerade nicht besser.)


Brechen wir dieses Tabu!

Ich erzähle dir das, weil wir auch dieses Tabu endlich vom Tisch fegen müssen. Selbst ich, die seit Jahren an der Persönlichkeitsentwicklung arbeitet, übermannt die Angst, wenn es um meine Kids geht. Ich erkenne mich kaum wieder, wenn ich diesem Löwenmama Modus unterwegs bin. Er ist fast unkontrollierbar. Wenn dein Gehirn eine Gefahr erkennt und eine Stressreaktion aktiviert, wird dein Bewusstsein wie durch Schotten vom Rest abgetrennt. Dein Hirn hilft dir zu handeln und nicht nachzudenken, denn du musst das Überleben sichern. (Ja, das Unterbewusstsein ist sehr dramatisch) Diese Schotten aus eigener Kraft wieder zu öffnen, um logisch denken zu können ist zwar möglich, aber es braucht viel Übung. Wenn es um mich selbst geht, dann funktioniert das super, aber wenn es um meine Kids geht, bin ich ein echtes Greenhorn, könnte man meinen. Es gibt ein grosses Problem: In diesem Modus ist es UNMÖGLICH (und ich meine wirklich ausgeschlossen), dass du so hilfreiche und richtige Entscheidungen triffst. Dein Modus ist eher dafür, dass du dich in Hulk verwandelst und die Problemmacher in der Luft zerfetzt. Nicht hilfreich! Nichts, was dich deinem Ziel näherbringt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du etwas tun oder sagen wirst, was dir und unter Umständen sogar deinem Kind schaden wird. Und das ist das Letzte, was wir wollen und brauchen. Bevor gehandelt wird, ist es also nötig, dass wir den Modus entweder verlassen oder zumindest in einen Modus der «abgeschwächteren» Form wechseln.

Das hat mir geholfen Ich habe mir Hilfe von aussen geholt. Jemanden, der objektiv auf die Situation schaut und mir eine andere Perspektive gibt. Keine Familienmitglieder oder Freunde, sondern ein Aussenstehender! Ich muss mir täglich immer wieder sagen: "Bleib ruhig Laura. Du tust dein Bestes, du bist auf alle Fälle vorbereitet und kannst handeln, wenn es notwendig ist. Jetzt im Moment ist alles gut! Schritt für Schritt." Ich muss verarbeiten und verzeihen, was die vielen Lehrer, Schulleitungen und die Schulpflege mit uns gemacht haben in der Vergangenheit und Frieden schliessen damit. (Das wird mir sehr schwerfallen) Ich zweifle nicht an mir als Mama. Ich weiss, dass ich damals alles getan habe, was in meiner Macht steht, aber ich wusste so vieles nicht und habe dadurch Fehler gemacht, die ich so heute nicht mehr tun würde. Ich habe mich auf das Gespräch mit der Schulleitung minuziös vorbereitet. Alle Themen aufgeschrieben, die mir wichtig sind. Protokollvorlage vorbereitet. Ich werde danach das Gespräch zusammenfassen und allen nötigen Personen weiterleiten. Dem Schulleiter, allen Lehrern und dem SSA. Es ist keine Schande da zu stehen, wo ich jetzt stehe


Das Einzige, was es zeigt ist, dass du da nicht allein durch musst! Hol dir Hilfe und achte auch darauf, dass nicht nur deine Kinder das Erlebte verarbeiten, sondern auch du!

Ich hätte niemals vermutet, dass mir diese Horrorjahre noch so in den Knochen stecken. Wir vergessen uns selbst so leicht, noch mehr, wenn es um unsere Kinder geht.

Wir sind keine verdammten Maschinen. Wir sind Menschen!

Wir sind Eltern!

Wir kämpfen um unsere Kinder! Das ist unser Job!


Aber wir können es gemeinsam tun!

Wenn du dich allein fühlst oder du spürst, dass es zu viel zum Tragen ist für dich allein, dann darfst du mich jederzeit kontaktieren.


Gerade jetzt bin ich unfassbar froh, dass ich die Leuchtturmberatung ins Leben gerufen habe.


Ein offenes Ohr für mich.

Jemand der mich ernst nimmt.

Gespräche, in denen es auch um mein Wohlbefinden geht.

Einen Platz, an dem auch ich einfach Mal abladen darf.

Jemand vor mir zu haben, der mir den Rücken stärkt.

Ein Mensch, der sich zu 100% in meine Lage versetzen kann und meine Ängste ernst nimmt.

Jemand der sich mit der Problematik auskennt und mir Tipps und Tricks aufzeigen kann.

Eine Person, der ich vertrauen kann.

Jemand, der mir den Hoffnungsschimmer am Horizont wieder zeigt und mich dabei begleitet.

Das ist die Leuchtturmberatung.

Alles verpackt, was ich mir damals so sehr gewünscht hätte.






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