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Vom Mobbing-Opfer zum Täter: Endlich dazu gehören

  • 18. Nov. 2021
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Apr.


Unsere Taten sind der Spiegel unserer Wunden.


Ich staune immer wieder, wie robust und gleichzeitig verletzlich die Kinder sind, die ich in unseren Coachings kennenlernen darf.


Da sind Geschichten und Erlebnisse dabei, da wird es mir richtig schlecht.



Der Schmerz frisst sich in die Kinder

Ein Kind, das täglich mit Ablehnung, Spott oder Hass konfrontiert wird, verändert sich.


Manche Kinder werden ruhig, verschlossen, ziehen sich zurück und kapseln sich innerlich komplett von der Welt ab.


Der Schmerz frisst sich tiefer und tiefer.

Sie zerbrechen leise und oft erschreckend schnell.


Gleichzeitig höre ich von Eltern aber auch von aggressivem Verhalten der Kinder zu Hause, gegen Eltern und Geschwister.


Fröhliche, ausgeglichene Kinder werden plötzlich zu wütenden Tornados, die ohne Rücksicht auf Verluste um sich schlagen.


Wutausbrüche, Schreien, körperliche Angriffe gehören plötzlich zum Familienalltag.



Warum gemobbte Kinder aggressiv werden


Viele Eltern fragen sich, warum sich diese Wut ausgerechnet gegen sie richtet. Sie versuchen doch alles, um dem Kind zu helfen und Lösungen zu finden.


Die Antwort ist so simpel wie schmerzhaft: Weil sie irgendwo hin muss.


Ein Kind, das täglich verletzt wird, trägt eine enorme Mischung aus Wut, Hilflosigkeit, Traurigkeit und Verzweiflung in sich. Diese Gefühle suchen sich einen Weg nach draussen.


Und wo ist dieser Weg am sichersten? Zu Hause.


Dort, wo ein Kind – im besten Fall – weiss, dass es nicht abgelehnt wird.


Dort, wo es sich fallen lassen kann.


So anstrengend und kräftezehrend dieses Verhalten für Familien ist:

Es ist oft das „kleinere Übel“.



Wenn aus Opfern Täter werden


Es ist nicht ungewöhnlich, dass ich eine unschönere Variante erlebe.


Man muss folgendes Wissen: Mobber suchen sich meistens ein Opfer aus und dieses wird zum Mittelpunkt der Quälereien.


Mobber sind in den häufigsten Fällen genauso beliebt, wie die Kinder, die nicht mobben. Sie sind gut integriert, haben Freunde und geniessen oftmals einen gewissen Status innerhalb der Klasse.


Leider ist dieses Gefühl von «dazugehören» bei Kindern sehr stark ausgeprägt. Es ist wichtig, zu dieser Clique beliebter oder starker Kids zu gehören.


Wir stellen uns vor, der zehnjährige Leon wird seit mehreren Monaten von Sven und drei weiteren Mitschülern beleidigt, ausgegrenzt und mies behandelt. Eines Tages kommt Sven in der Pause zu Leon und fragt ihn, ob er mit ihm und den anderen Jungs Fussball spielen möchte. Natürlich ist Leon begeistert. Endlich scheint es, als ob die Jungs ihn akzeptieren und mit ihm befreundet sein möchten.


Aber Sven hat eine Bedingung:

Leon darf nur mitspielen, wenn er Mitschüler Daniel anrempelt und ihm sagt, er sei fett.


Was denkst du, tut ein Kind in Leons Lage? Dazugehören und endlich Freunde haben oder ein anderes Kind schützen?



Der Überlebenswille ist stärker als Moral


Die meisten Kinder entscheiden sich fürs Dazugehören.


Nicht, weil sie böse sind.

Nicht, weil sie plötzlich Täter sein wollen.

Sondern weil sie endlich in Ruhe gelassen werden wollen.


Das ist kein Charakterproblem, es ist ein Überlebensmechanismus.


Vom Opfer zum Täter – manchmal braucht es dafür nur ein einziges Versprechen.


Und ja: Leon wird diesen „Preis“ nicht nur einmal zahlen müssen. Er wird immer wieder liefern müssen, um Teil dieser Gruppe zu bleiben.


Deshalb ist es so wichtig, Kindern klarzumachen, dass das keine Freunde sind.



Wenn dein Kind sich verändert


Wenn dein Kind sich plötzlich stark verändert – emotional oder im Verhalten – dann schau genau hin.


Je früher du reagierst, desto besser.


Mit jedem Tag, den ein Kind in diesem inneren Ausnahmezustand verbringt, wird der Weg zurück schwieriger, steiler, anstrengender.



Auch das eigene Kind kann die Seite wechseln


So unangenehm es ist: Auch dein eigenes Kind kann vom Opfer zum Täter werden.


Deshalb ist es wichtig, offen zu bleiben, auch wenn andere Eltern dich auf das Verhalten deines Kindes ansprechen.


Nicht in Abwehr gehen, sondern hinschauen.


Wenn ein Kind beginnt, andere zu verletzen, muss sofort gehandelt werden.

Nicht um zu strafen, sondern aus Verantwortung.


Nur so können wir unser Kind und andere Kinder schützen.



👉 Wie Be Nice dich und dein Kind unterstützen kann


Wenn du merkst, dass dein Kind leidet, sich verändert oder bereits in Mobbing-Dynamiken verstrickt ist, dann warte nicht zu lange.



Antimobbingcoaching für Kinder und ihre Eltern


Unsere Antimobbingcoachings bei Be Nice helfen Kindern, aus der Opferrolle auszubrechen, sich klar zu positionieren und wieder Sicherheit im Umgang mit anderen zu gewinnen.




U-Turn Coaching für Mobbing-Verursacher


Gerade wenn du das Gefühl hast, dass sich bei deinem Kind bereits etwas „gedreht“ hat – wenn aus Rückzug Wut wird oder dein Kind beginnt, selbst Grenzen zu überschreiten und zum Täter wird – dann ist unser U-Turn Coaching ein wichtiger nächster Schritt.


Es unterstützt Kinder dabei, diesen Wendepunkt bewusst zu nutzen, Verantwortung zu übernehmen und wieder in eine gesunde Richtung zurückzufinden.



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Für dich als Mama bieten wir mit Uprising Mom's einen Raum, in dem du lernst, dein Kind stark zu begleiten – ohne dich selbst dabei zu verlieren.





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Auch ein Blick auf unser Programm Hormone Heros lohnt sich – gerade wenn Emotionen und Verhalten durch die Entwicklung zusätzlich herausfordernd werden.





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